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Mittwoch, 17. Januar 2007, 21:34 Uhr

Australische Euros

Hier nun die Auflösung zu diesem Beitrag: *Eigentlich* sollte man meinen, dass keine Antwort richtig ist, denn das ist die Rück-(oder Vorder-?)Seite einer Banknote über 50 australische Dollar.

In diesem Fall sind aber Nummer 2, 3 und 4 korrekt.

Martin kam mich letzte Woche besuchen - er hat sein Studium in Sydney beendet und machte auf dem Weg nach Mexiko einen Zwischenstopp in San Fran.

Da er noch australische Währung mithatte, sind wir beide also zur Bank of America gestiefelt, um in US-Dollar zu tauschen. Ich war bereits auf einiges gefasst, denn als ich dort in der ersten Januarwoche Euros tauschte, war das bereits ein Akt, der diverse Bankangestellte beschäftigte.

Offensichtlich kennt man in meiner Filiale keine Fremdwährungen, denn als wir unser Anliegen vorbrachten, brachte das unsere Angestellte erstmal zum Stammeln - “oh ich weiß nicht genau, wie das geht” und “wir haben zum neuen Jahr auf ein Computersystem umgestellt, ich hoffe, ich bekomme das hin”.

Während sie sich also anscheinend durch diverse Bildschirmmasken hangelte, quatschten Martin und ich munter weiter auf deutsch. Ich erzählte von meiner Euro-Tauschaktion, die Bankfrau fragt mich “Euro?”, ich “Yes”, sie grübelt weiter und tippt planlos auf ihrer Tastatur rum. Hinzugerufene Hilfe führt schließlich weiter.

So, als nächstes holte sie dann ein lustiges Bilderbuch heraus, das ich schon vom letzten Mal kannte: Abbildungen aller möglichen Währungen. Offensichtlich zum Überprüfen, ob es sich nicht um Blüten handelt. “Geprüft” wurde dabei aber genau wie bei den Euros nur, ob die Abbildung mit dem Original übereinstimmt. Farbkopien wären hier locker durchgegangen.

Sie schlägt also erstmal “Austria” auf, dann eine Seite zurück zu Australia. Da waren unter Bilder von alten australischen Dollars wo stand “do not buy” und dann eben welche wie das in meinem anderen Eintrag. Schade nur, dass alle Scheine mit der ANDEREN SEITE NACH OBEN auf dem Tresen lagen. Sie guckt also drauf, guckt ins Buch, blättert hin- und her und meint schließlich: “I don’t know, I can’t find them.”

So, und jetzt wurde es der “D3-Summit” - die 3 dümmsten Menschen der Welt waren zusammengekommen.

Sie hatte ihre Unfähigkeit ja bereits unter Beweis gestellt. Jetzt ich. Ich schau auf die Seite mit “Australian Dollar” - Farbe stimmt, auch die restliche Gestaltung sieht sehr ähnlich aus, aber sie hat recht - das Bildchen stimmt nicht mit dem überein, was ich als Kohle vor mir sehe, im Buch ist z.B. der Aborigine, auf den Scheinen jedoch ist die Queen (or whoever) drauf.

Aber schalten wir in irgendeiner Weise was geht? Nööööööö. Ich also: “Is this the most current version of that book?” Sie guckt aufs Cover: ja, 2. Jahreshälfte 2006. Hm, komisch. Ich bin sehr irritiert. Dass man von Angestellten in den USA grundsätzlich keine Hilfe erwarten kann, weiß ich aus leidlicher Erfahrung bereits. Was nun?

Martin, der immerhin die letzten ZWEI JAHRE in Australien verbracht hat, schießt den Vogel ab: Guckt ins Buch, sieht sich die Bilder an und behauptet dann lautstark: “I have never seen those before!” Ja, was machen wir jetzt? Kann es sein, dass es noch andere Scheine gibt?

Es dauerte daraufhin wirklich noch einige Momente, bis der Groschen fällt. “How about the backside?” Hehe, große Beschämung. Ich weiß echt nicht, wem’s am peinlichsten war.

Also kanns ja weitergehen. Mrs Bankofamerica vergleicht Bildchen, zählt durch, tippt was in den Computer und geht zum Drucker. In der Zwischenzeit hätten wir locker ein paar Scheine einsacken können, denn als sie mit den Ausdrucken zurückkommt, steckt sie sie weg ohne noch einmal nachzuzählen. Oh, einer der Ausdrucke ist unleserlich. Also sie nochmal zum Drucker. Ich schau derweil auf die erste Seite: Warum steht da Euro? Zeige sie Martin - da stimmt was nicht. Was ist denn mehr wert? Euros. Einiges. Meinst du, sie hat da was nicht ... pssst, sie kommt wieder!

Frage, ob ich den Betrag meinem Konto gutgeschrieben haben möchte oder direkt ausgezahlt? Öh, am besten gleich auszahlen ...

Tja. Und tatsächlich. Für 280 Australian Dollar haben wir 344 US$ ausgezahlt bekommen, weil Madam 280 Euros eingebucht hat. Das waren mal locker 140 US-Dollar mehr, als wir eigentlich hätten bekommen dürfen.

Hehehe. Mitleid? Ich hoffe wirklich, dass sie keinen Ärger bekommt, aber eine bankangestellte Freundin von mir meinte, da passiert nicht viel. Quittung vom Clearingdepartment kam sogar ein paar Tage später per Post, kann nix mehr passieren für mich. Fast schade, dass Martin und ich nicht die gesamten 480 AUD getauscht haben, die er mithatte. =)

Mal sehen, vielleicht sollte ich bei meiner Rückkehr ein paar Hongkong-Dollar mitbringen und versuchen, die als Hongkong-Euro zu verkaufen ...

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Kommentare:

Hört sich wahrscheinlich nach Moralapostel an, aber:  keine coole Aktion von euch…

Chris am 18.01.07 um 01:49 Uhr

weil?

Christian am 18.01.07 um 01:51 Uhr

Weil es nicht richtig war(!), jeder baut mal scheisse und bock hat keiner darauf vom Boss angemacht zu werden und 140 sind schon ne Menge.
Andererseits hab ich die Erfahrung gemacht das wenn ich nett zu meinen Mitmenschen bin ca 2-3 Tage spaeter so viel Pech habe wie 100 Mann zusammen ... hm zwickmühle.
Egal zum Text: Hmm echt dumme Aktion als ich in HK war haben die alles genommen was ich so da hatte (US$ und €, naja net viel aber egal).

Gin Hang am 18.01.07 um 09:14 Uhr

Nein, ich denke das war Lehrgeld. Beispiel: Hier in NZ gehe ich jedes mal (ca. 4 von 5 Einkaeufen) nachdem ich am Cashier war zum Service Desk. Mal sind zwei Kisten Bier drauf mal ist das Angebot nicht richtig eingelogged, etc pp. Zu 99% immer zu gunsten des Supermarktes - so zwischen 10cent und 20 NZD (ja die zweite nicht existierende Kiste Bier - auch noch andere Marke). Tut mir leid wenn es dann mal in der anderen Richtung, und das ist vielleicht in einem Jahr einmal vorgekommen - halt ich einfach auch meine Klappe. Ich mag die Kiwis und ihre Laessigkeit, aber beim Geld hoerts auf und bei einer Bank waere ich noch pingeliger.

retrakker am 18.01.07 um 15:33 Uhr

Ach nun. Ehrlichgesagt kam mir der Gedanke daran, was das für die Madam bedeutet erst etwas später. Da es sich ja nicht um die Monstersumme handelt, nehme ich nicht an, dass das wirklich schlimme Konsequenzen für sie hat. Das meinte meine Bekannte ja auch. Und wer weiß, wo und wann und ob das überhaupt rauskommt, die Filiale packt ja sowieso alles zusammen, selbst durchs Clearing ging es ja offensichtlich auch.

Und Mitleid mit einer Bank? Nicht wirklich.

Christian am 19.01.07 um 05:05 Uhr

Gibts das?! Heute sehe ich eine Mitteilung: “Bank Adjustment” auf meinem Kontoauszug mit einer Abbuchung von 137 Dollar. Dabei hab ich ‘ne Quittung über die Annahme der “Euros”. Krass.

Christian am 02.02.07 um 08:04 Uhr

hab auch die erfahrung gemacht hab in der deutschen bundesbank in münchen 140 hongkong dollars und 55 ägiptische dollar(von meinem vater) eingetauscht und 40€ und ein paar cent gekriegt gehts noch is is nähmlich nur 14 euro wert(-;

Fromml am 24.02.07 um 17:10 Uhr

Ich finde des nicht richtig was ihr da abgezogen habt. Aber lustig ist es schon wenn alle drei zu blond sind.(Nein ich habe nichts gegen Blondinen)
Aber mitleid mit einer Bank haben geht wirklich nicht.

Chris Blank am 23.05.07 um 21:24 Uhr
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