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Dienstag, 29. November 2005, 21:32 Uhr

Freizeitaktivitäten

Thinkpad Partitionen

(Achtung, der folgende Text ist mit Sicherheit vollkommen irrelevant für dich und 100% Geek-Content, sprich saulangweilig, aber mein Mitteilungsbedürfnis geht mal wieder mit mir durch. Sag nicht, ich hätte dich nicht gewarnt!)

Wenn jemand wissen will, was ich in meiner Freizeit außer Clubbing, Flugzeug fliegen, im Internet surfen, Musik hören, Weltliteratur lesen, Fitnessstudios und Restaurants besuchen oder die neuesten Klamottentrends abzuchecken sonst so mache ...

Mein tolles neues IBM Thinkpad T43p ist ja nun endlich da. Alles schön an dem Teil - es ist fast ein Kilo leichter als mein altes Vaio, tausendmal schneller, WLAN hat eine Superreichweite, selbst der Großteil der vorinstallierten Software gefällt mir und ich bin scheissefroh, dass ich mich für den dreijährigen internationalen Vor-Ort-Service entschieden habe. Ein paar Abstriche gibts zwar (das Display des Vaios war vielleicht einen Tick heller und gleichmäßiger, der Lüfter ein klein wenig leiser und ich musste Firewire per PC-Card nachrüsten), aber sonst - gerade auch mit der schönen neuen Notebooktasche - Zucker!

Wenn da nicht ... diese beknackte Werkskonfiguration der Festplatte wäre. Wer bei IBM hat sich ausgedacht, dass es geschickt sei, eine 100 GB große Platte in einem (!) Stück zu verwenden?

Zwar bietet das oberkomfortable IBM “Rescue & Recovery” an, Systemdateien und Programme getrennt von Benutzerdaten wiederherzustellen, aber ich will doch lieber meine Daten nicht durcheinanderbringen und gegebenenfalls per Hand sichern können und System- und Datenpartition unabhängig voneinander reparieren und defragmentieren können. Perfektionswahn? Ja, zugegeben.

Jetzt ist auf der Festplatte allerdings noch eine zweite versteckte Partition - der sogenannte Predesktop-Bereich, in dem ein kleines Mini-Windows XP steckt, in das man im Notfall booten kann, um Reparaturen, Sicherungswiederherstellungen oder Systemchecks durchzuführen. Diese Option wollte ich natürlich behalten.

Hm. Also was tun? Wie sich herausstellen sollte, ist es manchmal nicht gut, zu viel zu wissen. Die einfacheren Lösungen sind gelegentlich doch die besseren ... Was ich tat, war ein Riesenumweg zum Ziel. :-|

Die Partitionen waren jedenfalls ursprünglich wie folgt: 90 GB NTFS mit Windows XP und ca. 4 GB FAT32 Notfallpartition. Erst dachte ich schon daran, die Platte mit Partition Magic zu bearbeiten, aber ich kann das Programm nicht leiden und habe auch kein Vertrauen in dessen Arbeitsweise. Nach ein wenig Recherche habe ich mir die RIP Linux Boot-CD runtergeladen und gebrannt. Booten und Platte mit NTFS Resize und fdisk malträtieren. Einfache Sache das. Neue Partitionierungsdaten: 1. Partition 25 GB für Windows XP und Programme, 2. Partition 5 GB für Temp-Dateien und Windows-Swap, 3. Partition ca. 60 GB für Daten und 4. Partition unverändert Rescue & Recovery. Alle als primäre Partition eingerichtet.

“Fein”, denke ich mir.

“Nicht so fein”, denke ich 5 Minuten später, als der beruhigende blaue “Access IBM” Knopf nicht wie vorher das Recovery-System startet, sondern ich auf dem Bildschirm ein “NTLDR fehlt, Neustart mit STRG+ALT+ENTF” lesen muss.

Diese Meldung führt mich leider vollkommen in die Irre. Denn aufgrund früherer Erfahrungen und mancher Lösungsvorschläge denke ich, dass ich mir den BIOS Parameter Block, den MBR, die boot.ini oder sonstwas zerschossen habe. Auch in diversen Newsgroups - meist zu Linux auf dem Thinkpad - berichten Typen von dieser Fehlermeldung, aber niemand hat wirklich Ahnung. Schwachmaten.

Frustration. Aufgeben kommt nicht in Frage. Pragmatismus (= Alles beim Alten lassen) auch nicht, war eh noch nie meine Stärke und außerdem kann ich den Computer ja nicht gewinnen lassen. Alle meine Freunde können sicher tausende von Begebenheiten zitieren, bei denen ich Zeitpläne aufgrund dieses “ich will es aber perfekt haben, vorher hör ich nicht auf” habe platzen lassen. :-/

Also weiter ausprobieren. Was kann das sein? Boot.ini bearbeiten. Nix! Alte Windows 98-CD ausgebuddelt, sys.com in den .cab-Dateien gesucht, entpackt, ausgeführt. Keine Besserung. Garks! Partitionen umgebastelt, gelöscht, neu angelegt. Keinen Schritt weiter. Fu*#! Ursprungszustand der Festplatte wiederhergestellt. Mist. Ein Tag ist rum.

Nächster Tag: “Schrittweise vorgehen”, denke ich. Wieder ins Linux booten, 1. Partition verkleinern, starten. Alles einwandfrei. Blauer Knopf geht auch. Aha. Partition 2 und 3 mit fdisk anlegen, neustarten. Alles geht! Huch, was habe ich denn diesmal anders gemacht? Mir fällt es ein: Unter den “Expert Settings” war eine Option “fix partition order”, die ich beim ersten Mal ausgeführt hatte. Hm, sag bloß, daran liegt es. Ausprobieren. Ich “repariere” die Partitions-Reihenfolge und zack! das wars, ich bekomme wieder diese Fehlermeldung mit “NTLDR missing”. Woran liegt es? Blick in die Partitionsliste bringt Klarheit: Ein Druck auf “Access IBM” bewirkt einfach nur, dass die “Aktiv"-Markierung von der 1. Partition im Partition Table gelöscht und für die 2. Partition gesetzt wird. Nur ist meine 2. Partition jetzt nicht mehr die Recovery-Partition von IBM, sondern “Swap”. Kein Wunder, dass das Ding nicht startet. Partitionstabelle mit sfdisk so umgeschrieben, dass der zwar physikalisch an vierter Stelle am Plattenende liegende Recovery-Bereich wieder Partition 2 ist und - siehe da - es geht wieder. Ha!

An dieser Stelle hätte ich natürlich sagen können, dass es reicht. Alle vier Partitionen sind eingerichtet und die Notfall-Partition funktioniert auch. Aber es wurmte mich, jetzt wollte ich auch noch die Partitionsnummern in die physikalisch richtige Reihenfolge bringen. Dafür müsste ich also die Partition vom Ende der Platte nach vorne schieben, damit ich Swap und Daten dahinter einrichten kann. Partition resizer kann das. Gesagt, getan - System wieder neu installiert, Plattendaten verändert und alles ist fein. Wunderbar! Ich darf jetzt nur nicht daran denken, wieviel Zeit mich diese Aktion gekostet hat. Trotzdem. Mir soll mal keiner sagen, ich sei nicht vielseitig; denn ich glaube kaum dass Leute, die solche Aktionen sonst fahren, dabei Sachen tragen, die der letzte Schrei der Londoner Modewochen sind. Hehe.

Falls du dir den Text bis hierhin durchgelesen haben solltest - mein Beileid. Falls dir dieser Text weitergeholfen haben sollte - bitteschön, ich bin erfreut.

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Kommentare:

*Nerd* :-)

Chris am 30.11.05 um 04:50 Uhr

Ja, nicht wahr? ;-)

Christian am 30.11.05 um 11:57 Uhr

Hallo, du scheinst dich mit dem T43 R&R auszukennen. Mein “Problem” ist eigentlich ganz einfach. - Ich möchte ganz einfachg eine “echte Komplett-Sicherung” machen, mit der ich vor allem die installierten SP’s, Programme, Einstellungen, u.s.w. wieder herbringe, bei z.B. einem Platten-Crash oder einem gestohlenen Rechner. - Und zwar über eine Sicherung auf einem USB-Laufwerk.

Ghost funktioniert irgend wie bei XP nicht, und ich mage es auch nicht. Mit der “Windows-Sicherung” bringe ich die Registry und damit die Programmeinstellungen nicht zurück.

Und beim IBM R&R wird im Help zwar dauern über “Systemsicherung / Wiederherstellen von allem / bla bla geschwafelt. Wenn man dann die Sicherung wirklich startet, ist davon keine Rede, und für einen Versuch ins Blaue (= Windows “zerstören” und dann Rettung über R&R versuchen) habe ich keine Zeit.

Für Infos per Email wäre ich sehr dankbar.

Gerhard Papst am 24.12.05 um 14:52 Uhr

Grüß Dich,

Respekt vor Deiner T43 Konfigurationsleistung! Das brachte mich auf die Idee, mich hier an Dich (oder Mitleser) zu wenden, in der Hoffnung auf Hilfe.

Ich habe nämlich mit meinem T43 das Problem, daß der blaue Access IBM Button nur noch unter Windows, aber leider nicht mehr beim Booten funktioniert, nachdem ich ein Sicherungsimage via IBM Rescue Recovery Tool eingespielt habe, welches ich früher mit eben demselben Tool erstellt hatte. Die Sicherung liegt bei mir auf einer externen Platte, die über USB angeschlossen ist.

Auf die Access IBM Funktion bzw. auf die Möglichkeit via Access IBM-Button das Tool Rescue Recovery beim Booten (unter DOS?) aufrufen zu können, will ich natürlich nicht verzichten, gerade im Hinblick auf die Notwendigkeit ein System wiederherstellen zu müssen, wenn der PC nicht mehr in Windows bootet. Entsprechend Deiner Erklärung scheint die Partitionstabelle im MBR nach Einspielung des Images verändert worden zu sein. Der versteckte Bootloader in der Rescue Partition ist nun über den Access IBM Button nicht mehr ansprechbar (Pointer auf IBM-Rescue Partition gelöscht?).

Merkwürdig ist aber, daß ich meine Partitionen nicht verändert habe, ich habe die ursprüngliche IBM-Partitionierung beibehalten (2 primäre Partitionen, einmal C=IBM_Preload mit Windows XP Pro und die o.g. versteckte IBM-Service/Rescue Partition).

Das Image hatte ich übrigens außerhalb von Windows unter Dos (da hatte der Access IBM Button beim Booten also noch funktioniert) eingespielt.

Der offizielle IBM Support hat mir dann auch bestätigt, daß die Access IBM Funktion beim Booten deaktiviert wird, sobald das erste Mal ein Image / eine Systemsicherung eingespielt wurde. So hat man die Funktionalität nur noch unter Windows. Das ist sehr verbesserungswürdig finde ich.

Nun die Frage: Wie kann ich diesen Access-Button beim Booten wieder aktivieren? Muß ich dazu die Partitionstabelle umschreiben, bzw. dort ein Aktiv-Flag auf die IBM Rescue Partition setzen? Wenn ja, wie mache ich das?

Ansonsten wird mir wahrscheinlich ja nur noch ein Workarround übrig bleiben, ein bootable CD-Satz zu erstellen und dann mit der ersten CD in das IBM RR Tool unter DOS zu booten, um von dort auf meine Sicherung auf der USB-Platte zuzugreifen…

Für Hilfe wäre ich sehr dankbar. Viele Grüße.

Peter Endres am 30.08.06 um 07:34 Uhr
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