(Fortsetzung von hier)
... ich habe also alle meine Sachen gepackt - ca. 75 kg Gepäck in drei Taschen (Handgepäck nicht eingerechnet, war locker 13 Kilo schwer), konnte ich aber dank Status ohne Aufpreis einchecken. (Bei USA-Flügen sind die Lufthansa-Regelungen eh ziemlich fair, hier kostet ein bis zu 32 kg schwerer Koffer einfach pauschal 25$ pro Stück extra)
Im Nachhinein betrachtet war die ganze Aktion aber mehr als schwachsinnig. Ich wusste ja zu dieser Zeit schon, dass ich bereits am 10. Februar wieder in London sein würde. Warum also für knapp vier Wochen in die Staaten? Jetzt, wo ich das hier schreibe, kann ich diese Frage auch nicht mehr beantworten.
In San Francisco angekommen wars aber erstmal gar nicht so schlecht. Hostel okay-lala, aber ich hatte nicht mehr erwartet. Gute Freunde von mir waren geschäftlich zufälligerweise auch für ein paar Tage da. Nettes Wochenende, ganz gemächlich.
Dann aber die Wohnungssuche. Was ich brauchte, war mir einigermaßen klar: Ein möglichst günstiges Zimmer in einer sauberen WG. Ich würde die nächsten Monate die meiste Zeit zuhause sein, um mein zukünftiges Projekt zu programmieren. Allerdings, das war hart. “Sauber” schien ich mir gleich abschminken zu können. Und ich hätte auch nicht gedacht, dass wenn Menschen auf craigslist von “Shared Room” sprechen, sie das auch wortwörtlich meinen. Kurz, es war reines Wunschdenken, weniger als einen Monat auf Wohnungssuche zu sein. Während das tagtäglich deutlicher wurde, fing mir das Hostel an, an die Nieren zu gehen - nirgendwo Ruhe oder ein Platz, an dem ich hätte entspannen können. Meine Stimmung verschlechterte sich tagtäglich, auch weil ich merkte, dass ich mit meinen Finanzen nicht weit kommen würde. Ich schickte diverse Bewerbungen für Teilzeitjobs raus, aber viel Hoffnung hatte ich nicht.
Unpassend genug trudelte in dieser Zeit meine letzte Kreditkartenabrechnung ein, deren Höhe ich geflissentlich ignoriert hatte. Bamm! - ich saß auf dem Trockenen. Meine Barreserven reichten für ziemlich genau noch eine Woche. Ich hatte einen Tiefpunkt erreicht. Kein Geld, keine Wohnung, hohe Kosten - ich fühlte mich wie bereits obdachlos. Die Idee, meine Eltern anzuhauen, verwarf ich sofort - nicht noch einmal, auf keinen Fall. Richtige Angst stieg in mir hoch, denn ich wusste nicht einen einzigen Schritt weiter. Auch wenn es total überdramatisiert klingt, aber mir wurde zum ersten Mal richtig klar, wofür Sozialhilfe gut ist. Meine Gedanken kreisten zwei Tage lang nur darum, wie ich mein Leben finanzieren könnte. Nur war ich so nervös, dass ich kaum sinnvolle Pläne zustande brachte.
Die Notlösung kam dann aus überraschender Quelle ... Ein Skype-Telefongespräch ergab Unterkunftsmöglichkeit in Hongkong. Dann halt so. Flug drei Tage später mit Air China ging vom Preis noch.
Erleichterung, denn ich sah zumindest erst einmal ein Ausweg. Für die letzten zwei Tage mietete ich mir einen Wagen und brachte meine Klamotten zu Bekannten nach Davis, nordöstlich von SF und übernachtete dort. Den folgenden Tag fuhr ich wieder in die Gegenrichtung, machte noch einen Zwischenstopp in Sausalito und gab den Wagen am Flughafen SFO ab. Gegenüber von Air China ging der Direktflug von Singapore Airlines nach HK. Ich würde leider ganz und gar nicht direkt fliegen und noch einen eineinhalbstündigen Zwischenstopp in Taipei einlegen.
Sowas ist bitter, erst recht wenn ich mir vorstelle so wie du nicht zu bremsen zu sein. Ich wünsche dir auf jeden fall etwas mehr Erfolg in Zukunft!
So, damit hätte ich mich auch endlich als Leser geoutet ...
Willkommen. Kranke Uhrzeit zum Blog-Lesen.
Moin, ich heiß zufällig auch Christian. Also hab ich die 2 drangehängt, damit es keine Verwirrung gibt. Also meine Frage ist, ob du in Hongkong für längere Zeit bleibst.
PS:Ich hab einen Ausbildungsplatz in Hongkong in Aussicht, auch wenn die Chancen dafür relativ klein sind.