... fühle ich mich ein wenig. Wieviele Blogeinträge habe ich schon in Flughafen-Lounges verfasst? (Diesmal angefangen in Zürich, beendet im Hotel in Barcelona.)
Wie sich Gefühle mit der Zeit verändern, ist immer wieder erstaunlich - und ich genieße diese Veränderungen immer auf irgendeine Weise. (Wer weiß schon, wie stark die Sucht nach Emotionen auch verantwortlich für meinen Lebensstil ist?)
London war sehr nett und mittlerweile wie gewohnt. Bekannte Gesichter getroffen, sehr nett unterhalten und natürlich gut gegessen. Angenehm. Entspannt. Wie in New York erscheint es überhaupt nicht erstaunlich, wenn jeder aus einem anderen Kontinent einfliegt und man sich mal für einen Abend trifft.
Der eigentliche Anlass dieses Europaausflugs - die Hochzeit in Edinburgh - war ein Erlebnis. Ich hatte in San Francisco noch mit dem Gedanken gespielt abzusagen, denn natürlich bin ich noch nicht genug mit der Duc durch die Gegend gebraust, meine neue Wohnung steht seit Augustbeginn für mich frei und nicht zuletzt dank aktueller Wechselkursentwicklung schmerzt so eine Reise finanziell, aber glücklicherweise habe ich diese Idee verworfen:
Denn sich über das Wetter zu unterhalten mag langweilig sein, aber so ein grandioser Himmel wie er zu diesen Tagen in Schottland herrschte, ist ein Geschenk! Kräftiger, alles überflutender Sonnenschein, große weiße Wolkengiganten in einem atemberaubend unendlichem Himmel und die Hügel, Felsen und Wiesen um Edinburgh - wow! Das alleine schon wäre es wert gewesen.
Die Hochzeitsfeier dann aber noch mehr: So etwas kann man in Deutschland nicht hinbekommen, weil uns einfach die Geschichte dafür fehlt. Es sah aus wie bei bestem Hochadel - die Hälfte der Familie im Schottenrock, die Damen mit Hüten und Kostümen wie in Ascot. Trauung in der Kapelle Schottlands renommiertester ‘Boarding School’ mit dem örtlichen Priester und dem Bischoff von Edinburgh. Hochzeitspaar im Rolls Royce-Oldtimer. Schottische Reels wurden getanzt, im Hintergrund die uralten Schulgemäuer und Kinder, die Hockey spielten. Irre.
Da war das Hochgefühl, so etwas erleben zu dürfen. Der Morning Suit passte gut, keine Spur von “Verkleidung”, das war alles echt.
Ein bisschen Wehmut kam in mir auf. Da wurde mir ein Leben vorgeführt, dass ich nicht haben kann.
(Angefangen am 04. August, Text nicht fortgesetzt)