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Mittwoch, 21. November 2007, 18:36 Uhr

Hühnerfüße und Handtücher

Hühnerfuß

Viele Dinge im chinesischen Denken kann ich ja nachvollziehen - auch wenn ich nicht jede Spinnerei gutheißen kann. Es gibt jedoch ein paar Dinge, wo das einfach aussetzt. Da wäre das Beispiel mit den Hühnerfüßen.

Diese Delikatessen gibt es ja in verschiedenen Variationen: Mariniert, gekocht, mit unterschiedlichen Saucen, wasweißich ... trotzdem - mal abgesehen davon, dass es sich geschmacklich um keine Offenbarung handelt (wie auch? Ein bisschen Haut und Knorpel, mehr ist das nicht), kann ich nicht bei jeder Gelegenheit den Gedanken verdrängen, dass irgendein Huhn damit in der Scheisse im Dreck gescharrt hat. Und warum müssen das immer so Riesenklauen sein?

Nun, ich bin für einen Westler schon ganz gut. Würde zwar nie von selbst welche bestellen, ich verziehe jedoch auch nicht das Gesicht, wenn die auf dem Tisch landen. Aber auch mein Hirn sagt “bäh!”, keine Frage.

Wo’s nun wieder lustig wird: Wenn im Flugzeug oder japanischen Restaurants warme Handtücher gereicht werden. Hongkonger Frauen würden im Leben nie mit diesen Handtüchern ihr Gesicht abtupfen. Warum? Weil ja jemand möglicherweise damit vorher seine Schuhe abgewischt haben könnte, so das mir immer wieder vorgetragene Standardargument.

Weddl? “Die kommen gerade aus der Waschmaschine und werden dir mit einer Zange gereicht, was ist das Problem?” “Das ist eklig!”

“Und die Hühnerfüße?” “Lecker! Können wir noch welche bestellen?”

Muss ich nicht verstehen, oder?

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Kommentare:

Der letzte Satz war wirklich gut, hab mich echt schlappgelacht und manche Dinge kann man einfach nicht verstehen, wenn man in einer anderen Kultur aufgewachsen ist, würd ich mal so sagen. Wer weiß schon, was die Asiaten von unserer Kultur nicht vrstehen?

Christian2 am 21.11.07 um 21:42 Uhr

Das Kranke ist, wie in solchen Fällen auch jegliche Logik versagt. (Westliches Denken eben)

“Das Huhn hat im Dreck gewühlt und du isst das?”

“Ja, aber das haben die doch saubergemacht und es wurde doch auch gekocht.”

“Und die Waschmaschine?”

“Na, vielleicht ist die nicht so gründlich. Das Handtuch ist ja vielleicht sogar verfärbt.”

“Was? Eine Verfärbung?! Selbst wenn! Es kann einfach kein wirklich schlimmer ‘Schmutz’ dran ‘hängenbleiben’.”

“Ja aber das ist widerlich: Ich habe auch gesehen, dass manche Frauen im Fitnessstudio mit nackten Füßen auf den Handtüchern stehen.”

“Aaaargh! Das Handtuch kommt frisch aus der Waschmaschine! Das Huhn stand im Dreck, das ganze Leben lang. Nachher wuchs das irgendwo ein. Den Mist kann man nicht ‘rausbürsten’. Und Verschlucken oder sich ins Gesicht langen ist ja wohl eine andere Kategorie.”

“Ich weiß nicht, ich würde mir niemals mit so einem Handtuch ins Gesicht gehen.”


Das ist wahrscheinlich eins der besten Beispiele für chinesisches (in Kombination mit) weiblichem Denken: Wie kann ich zwei sich ABSOLUT widersprechende Gedankengänge gleichzeitig richtig finden, ohne auch nur im geringsten Anstoß daran zu nehmen. ;)

Christian am 21.11.07 um 22:01 Uhr

erlaub mir, auf englisch zu schreiben. :p

it’s probably about what we see and what we do not see. many hong kong people has seen what other has done with this towel at some point in their lives.

and the chicken? no one has seen how their feet were drenched in deep sxxt. in fact, this horrible scene won’t happen because of the design of the bird cages. the sxxt will just fall through the grid. besides, what makes you think that other parts of chicken are any cleaner? :p

but probably the most important reason of all is, those things are really tasty. the chinese are never strong in logic. and even if we are, we will just ignore it whenever there is something tasty on the table.

und nein, das musst du nicht verstehen. :p

Tung am 21.11.07 um 23:53 Uhr

ich versteh sowieso nicht, was du da geschrieben hast, ich habs leider nicht so mit englisch. bin zu blöd dafür. ich hab aber irgendwie was verstanden mit, :derjenige, der es serviert bekommt, hat ja nicht gesehen, wie das huhn in der sch***** lief, also muss er es auch nicht wissen, hauptsache es schmeckt:, hab ich jetzt mal so rausinterpretiert.

Christian2 am 22.11.07 um 15:03 Uhr

yup yup! hauptsache es schmeckt! so ist die chinesische logik! :D

Tung am 22.11.07 um 22:32 Uhr

Na ja. Ich glaub, wenn man mal sieht, dass wir Schweine zu fast 100% verwerten als Nahrung, dann ist das nicht weniger grauselig. Wobei… ein wenig Schütteln tuts einen schon. Da bleib ich lieber bei meinem geliebten Mallorca als Urlaubsdomizil :-)

Urlaubswerk am 29.11.07 um 15:56 Uhr

I habe oft Schwierigkeiten gewisse Dinge nachzuvollziehen. Dieses Beispiel mit den Hühnerfüßen bzw. nassen Handtüchern finde ich deshalb sehr treffend.
Was immer wieder für Spannungen zwischen mir und meiner chinesischen Freundin sorgt, ist z.B. der, wie ich finde, total verrückte Aberglaube (bzw. Glaube an Geister). Für mich als Europäer ist es manchmal schwer nachzuvollziehen wie man sich von diesem Thema derart konditionieren lassen kann…

Fabio am 04.12.07 um 10:14 Uhr

Bekanntlich essen die Chinesen doch alles, da finde ich doch den letzten Satz mit den Tüchern an den Haaren herbeigezogen. Kann ich nicht verstehen.
Nico

Nico am 17.12.07 um 10:14 Uhr

Suche alle Rezepte und den Namen dazu für die Zubereitung von Hühnerfüßen.Mich interresieren auch gegrillte Heuschrecken und was noch so in Asien an unüblichen Speisen auf den Tisch kommt,-vorallem die Zubereitung...vielen Dank.

Alfred Lentzy am 02.08.08 um 20:57 Uhr
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