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Samstag, 10. Juli 2004, 18:19 Uhr

Ich weiß schon

... warum ich im Nebenjob Geld mit Korrekturlesen verdiene. Gestern bei tagesschau.de das Wort “Tema”, heute “Nagelbombenabschlag” und Tippfehler in den Armani- und Japan-Artikeln. Vielleicht brauchen die noch ‘nen Lektor? ;-)

(Tschuldigung, ich kann mich manchmal auch nicht leiden)

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Kommentare:

... da sagst Du was! Selbst in der FAZ mehren sich die Fehler! Liegt ganz einfach daran, dass es in der Branche ganz bescheiden aussieht und daher am Lektor gespart wird. Alte Lektoren gehen und keine neuen kommen nach (meine Freundin kann ein Lied davon singen!).

riebi am 11.07.04 um 09:24 Uhr

Wie qualifiziert man sich eigentlich für einen Job als Lektor? Klar, man sollte dem Deutschen mächtig sein, aber was ist sonst noch wichtig? Würde mich echt mal interessieren? Was liest du da z.B. Probe… kann mich erinnern, dass du mal etwas von nem Handbuch geschrieben hattest.

Schöne Grüße

Chris

Chris am 16.07.04 um 15:48 Uhr

... gute Frage! Vorneweg erstmal lese nicht ich, sondern meine Freundin schon mal Korrektur. Sie hat Germanisitk studiert und ein Praktikum bei Staufenbiel (einem Karriere Ratgeber) gemacht. Die veröffentlichen in regelmässigen Abständen eine ganze Reihe Ratgeberbücher insbesondere für Hochschulabsolventen. Diese Bücher liest sie seit ihrem Praktikum immer mal wieder freiberuflich Korrektur. Wobei sie aber auch als freie Journalistin bei einer Bonner Tageszeitung arbeitet. Dort ist die letzte Korrekturleserin, als sie in Rente gegangen ist, nicht mehr ersetzt worden. Weiterhin liegt die momentan zunehmende Fehlerhäufigkeit in den deutschen Zeitungen u.a. daran, dass früher bei den damaligen Druckverfahren die einzelnen “Druckfahnen” durch viel mehr Hände gingen und damit auch durch viel mehr Augen korrekturgelesen wurden.

Soviel zum “Korrekturleser”, den man aber nicht mit einem Lektor verwechseln darf. Der ist laut Wikipedia nämlich wie folgt definiert:
“Ein Lektor (von lt. lector = Leser) ist ein bereits sehr alter Beruf im Druckgewerbe.

Sein Aufgabengebiet umfaßt die Bereiche

Selektion und Bewertung überlassener Manuskripte
vorschlagen von Manuskripten zur Übernahme ins Verlagsprogramm
redaktionelle Aufbereitung von Manuskripten in Zusammenarbeit mit dem Autor
Betreuung von Verlags-Autoren seines Zuständigkeitsbereichs auch unabhängig vom Einzelprojekt (Vermittlerrolle)
Suche nach geeigneten Autoren und Manuskripten für die Planungsvorhaben des Verlagsprogramms.
Lektoren größerer Verlage werden meist überschüttet mit unverlangt eingesandten Manuskripten, oft mehrere hundert pro Woche. Die Wahrscheinlichkeit, dass da auch Juwelen der Literatur unentdeckt im Papierkorb landen oder zurückgesandt werden, ist daher wesentlich höher als die, vom Lektor entdeckt zu werden. Noch unentdeckte Autoren sind daher gut beraten, gewisse informelle Regeln bei Einsendung eines Manuskripts zu beachten.

Im umgangssprachlichen Gebrauch wird der Lektor häufig mit dem Korrektor verwechselt.”

Gruß Riebi

riebi am 19.07.04 um 11:04 Uhr

Jeps, Lektoren sind eigentlich die Perlentaucher im Verlagswesen.

Zum Korrekturlesen von Handbüchern - den Job habe ich durch Zufall bekommen, da kann man sich kaum drauf bewerben.

Christian am 19.07.04 um 11:23 Uhr
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