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Sonntag, 9. Januar 2005, 19:26 Uhr

Ich wusste es

Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins

Oje, wenn das Buch so weitergeht, wie ich denke, dann habe ich die Antwort auf meine Fragen vom Wochenende. Warum nur - und - warum gerade jetzt.

Achso übrigens, wenn hier nix über Hongkong steht, dann tuts mir leid. Schaut woanders nach oder seht ins Archiv.

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Kommentare:

eigentlich bist du unfrei,
weil du angst hast vor gefühlen,
die du nicht kontrollieren kannst.

eigentlich bist du unglaubwürdig,
weil dein verhalten und deine worte
zwei verschiedene sprachen sprechen.

eigentlich sehe ich keine chance mehr, seit ich gesehen habe, wie du mit chancen
umgehst.

c. am 10.01.05 um 06:26 Uhr

wow....aber was wahres dran...eigentlich…

? am 11.01.05 um 01:04 Uhr

Unfrei und unglaubwürdig. Tatsächlich.

Angst vor meinen Gefühlen ... ja. Nicht weil ich sie nicht kontrollieren kann. Weil ich Angst davor habe, dass sie andere verletzen.

Unfrei - wie soll ich ich selbst sein, wo ich mich bereits dann mißverstanden und verurteilt fühle, wenn ich nur Teile meiner selbst zeige.

Unglaubwürdig ... dessen mache ich mich schuldig, das ist wahr.

Nur wie sollte es anders gehen? :-/

Christian am 11.01.05 um 20:48 Uhr

na, das wird hier ja mal richtig philosophisch und wusste gar nicht, das du so n fruehaufsteher bist:)

@benni am 11.01.05 um 23:36 Uhr

Ich bin insofern unfrei, als dass ich ein Gefangener einer anderen Moralvorstellung bin. Es macht mir nichts aus, dass andere Menschen andere Vorstellungen über das Leben haben. Ich verstehe das und würde mir auch selten erlauben, darin einzugreifen.

Wo es kompliziert wird ist, wenn sich meine Welt und die “der anderen” überschneiden. Plötzlich komme ich in rauhes Fahrwasser. Der Versuch, mich einigermaßen konform zu verhalten, ging bisher regelmäßig schief, entweder mit Schäden auf meiner Seite oder Unverständnis und Schmerzen bei meinem Gegenüber.

Zwei Ansprüche an mein Leben kollidieren miteinander: Ich möchte niemanden Leid zufügen, der mir wichtig ist und ich will mich nicht verleugnen. Wenn Menschen von mir auf nur einen Menschen gerichtete Liebe fordern, dann ist das nichts, was ich “leisten” kann. Meine Begehrlichkeiten beziehen sich immer wieder auch auf andere Menschen und ich bin nicht bereit, das aufzugeben.

Liebe ich dann “nicht richtig”? Ich meine nicht. Meine Gefühle für die erste Person sind weiterhin dieselben – im Gegensatz zu der mir zur Verfügung stehenden Zeit ist meine Liebe aber nichts Endliches, das ich irgendwie verteilen müsste und von dem ich einem Menschen weniger geben muss, wenn ich einem anderen mehr geben will. Was nicht bedeutet, dass ich für alle gleich viel empfinde.

Vielleicht habe ich “richtige” Liebe dann (noch?) nicht erfahren – diese absolute, reine, auf eine einzige Person gerichtete Liebe, die einen alle anderen vergessen machen soll. Ich weiß nicht, ob so etwas für mich existiert.

Da setzt der Konflikt ein. Andere Menschen versuchen einem einzureden, dass nur diese Art von Liebe Wert hätte und alles andere nicht echt wäre. Ich kann diesen Einwand nicht verstehen. Wie kann man so absolut sein und alles andere dermaßen abwerten? Ich weiß, was ich fühle – ich empfinde es anmaßend, diese Gefühle für nicht existent zu halten.

Was ich hingegen verstehen kann ist, dass jemand, der nur diese absolute Liebe empfindet, von meiner Einstellung verletzt wird. Jeder Blick auf jemand anderen, jeder Seitensprung, jedes unachtsame Verhalten wird dieser absoluten Liebe so herben Schaden zufügen, dass sie irgendwann nicht mehr das ist, was dieser andere Mensch braucht, um sie so als so einzigartig empfinden zu können.

Ich ziehe daraus die Konsequenz, mich zurückzuziehen. Offensichtlich leide ich darunter weniger, wenn ich den geliebten Menschen nicht mehr sehen kann, als wenn wir “zusammen” sind und ich durch mein Verhalten den anderen verletze.

...

Das ist hier akademisch und trocken formuliert, ich weiß. Die Gefühle dabei kann man auch nicht mit einer Waage abwiegen. Ich kann auch nicht konkreter werden, ohne Menschen hier hereinzuziehen, deren Privatsphäre ganz sicher nicht Inhalt dieses Weblogs ist.

Christian am 12.01.05 um 14:14 Uhr

... ja, du hattest recht. Ich habe dabei NUR gefühlt. Nie zuvor und nie wieder so, nur mit dir, einmalig.

Christian am 12.01.05 um 20:37 Uhr
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