... ist Heimkehr Verlassen angesagt. Eigentlich (wah! Dieses Wort sollte ich aus meinem Wortschatz streichen! - eh, und “sollte” gleich mit) wollte ich ja von hier aus noch mehr ueber meine Empfindungen in New York zum Besten geben. Jetzt wird’s wohl eher am Wochenende dazu kommen.
Ich kann nicht sagen, dass die Stadt keinen Eindruck hinterlassen hat. Die letzten zwei Besuche waren eher Urlaubstrips dagegen - diesmal war mehr Zeit, mir wirklich ernste Gedanken ueber das Leben hier zu machen.
Nicht dass ich mir ein wirklich umfassendes Bild machen konnte: Ich habe Manhattan nicht ein einziges Mal verlassen (das ist ungefaehr so, als haette ich in Berlin Prenzelberg, Mitte und den Kudamm besucht und wuerde dann behaupten, "Ich kenne Berlin!") und meine anderen US-Erfahrungen beziehen sich auf neuerdings Chicago sowie Greensboro, Panama City Beach und zwei Besuche in San Francisco, aber hey - ich passe mich der Oberflaechlichkeit hier bereits an.
In der Summe erreicht New York einen leicht negativen Punktestand. Ich habe mir wirklich Muehe gegeben, unvoreingenommen an die Dinge heranzugehen und nicht zu schnell zu urteilen, aber es tut mir leid, wenn sich Folgendes jetzt wie die typisch-europaeischen unangemessenen Vorurteile gegenueber den USA lesen: Das Leben ist exzessiv, ordinaer, laut und grosskotzig. Die absolut asoziale Ressourcenverschwendung laesst mich verzweifeln. Angesichts der naiven Unverdrossenheit, mit der hier jeden Tag Essen weggeworfen, Wasser verschwendet, Muell produziert, Benzin verbrannt, Strom verbraucht und ganz allgemein sinnlos, vorlaut und unwissend konsumiert wird, ist unser Planet fuer mich todgeweiht. Ich wuesste keine Loesung, wie man diesen dicken Kindern qualitativ hochwertiges und bewusstes Leben beibringen sollte. Nicht nur, dass es ein Ding der Unmoeglichkeit waere so dummen Menschen etwas beizubringen - ich bin mir sicher, es wuerde auch keiner wollen - much too inconvenient to think and behave that way.
Jap, es gibt auch positive Seiten, aber ueber die spaeter mehr, ich will noch ein paar Stunden draussen im absolut genialen Sommerwetter verbringen. Vielleicht gehe ich heute nochmal in den Central Park, dieser Ruheperle mitten im Stadtgetoese.
Ja, wie Recht Du hast! In Amerika macht man sich über begrenzte Ressourcen keine oder kaum Gedanken. Nur wir in Europa werden deshalb immer stärker zur Kasse gebeten. Dort erziehungsmäßig etwas zu bewirken, würde bestimmt länger dauern, als es noch genügend nichterneuerbare Energien gibt. Von Einschränkung diesbezüglich haben die meisten noch nie etwas gehört oder begreifen es auch gar nicht. Die leben halt nach dem Motto: “Was interessiert uns denn der Rest der Welt?”
Hm. Wenn es mal so wäre. “Was interessiert uns denn der Rest der Welt?” würde ja implizieren, dass es eine andere Welt gibt. Nicht einmal so weit denken die meisten Menschen dort.
Ich erinnere mich an die Tussi, die uns im Café Pastis anquatschte, um uns zu fragen, wie wir als Europäer so die USA finden würden. Sie war der Meinung, die Staaten seien das beste Land der Welt, obwohl sie bisher nur ein einziges Mal im Ausland war - und zwar in Großbritannien.
Ich konnte ihr nur gratulieren, dass sie sich zumindest darüber im Klaren war, nicht wirklich viel zu wissen. Insgeheim habe ich sie ein wenig beneidet - wer nichts kennt, kann auch kaum etwas vermissen.
Naivität muss ein Segen sein.