Wir hatten eine kurze Beziehung.
Sie ist recht scheu. Nicht nur, dass ich sie im Halbdunkel kennengelernt habe - sie scheint auch sonst eher nachtaktiv zu sein - genau wie ich. Obwohl das nicht bedeuten soll, dass sie eine Partyperson ist. Dagegen spricht zum einen ihre Sportlichkeit: Ich tippe eher auf Leichtathletin, denn sie kann unheimlich schnell laufen. Vielleicht auch irgendwie im Sicherheitsbusiness (oder sogar in einer Antiterroreinheit?), denn nie zuvor habe ich gesehen, wie sich jemand so schnell unter scheinbar nur fingerbreiten Schlitzen durchzwängen kann. Auch war sie immer so nervös, das konnte man gut sehen.
Zum anderen ist sie unheimlich schüchtern. Unsere ersten Annäherungsversuche mündeten in ihrer abrupten Flucht. Ich weiß bis heute nicht, was in sie gefahren ist damals. Vielleicht war ich einfach zu zudringlich.
Nachdem ich sie drei Nächte hintereinander gesehen hatte, und ich jedesmal sehr unsicher war, was ich eigentlich hätte tun sollen, war erstmal Schluss. Ich sah sie einige Zeit lang nicht mehr. Erst war ich unzufrieden mit mir selbst - nichts geht mir näher als vertane Chancen. Aber dann habe ich es verdrängt und hatte es auch schon fast vergessen.
Heute war sie wieder da! Und ich habe mir ein Herz gefasst. "Alles oder nichts" dachte ich mir. Ich habe mich kurz um Schutz gekümmert, man sollte immer vorsichtig sein mit neuen Bekanntschaften. Dann bin ich näher an sie herangerückt, ich wollte sie ja nicht erschrecken. (Genausowenig wie mich selbst, ihre plötzlichen Reaktionen waren für mich in der Vergangenheit immer etwas beängstigend)
Wahrscheinlich hat sie mich zuerst gar nicht bemerkt, aber das war ein Vorteil, wie sich herausstellte. Als ich schließlich ganz nah bei ihr war, war es soweit. Unser Kontakt war kurz, aber heftig. Ich will nicht sagen, dass ich es nicht spannend fand. Eher im Gegenteil, Adrenalin war dabei. Trotzdem war mir klar, dass es keine längerfristige Beziehung werden würde. Sie sah mich noch einmal kurz an, als ich sie in meiner Hand spürte. Ganz still, sie konnte sich kaum bewegen - wie paralysiert. Ob es die Angst vor unserer vorbestimmten Trennung war?
Ich habe noch genau in Erinnerung, wie sie noch einmal an die Oberfläche schwamm, kurz bevor die Klospülung sie unerbittlich in die Tiefe riss ...
die geschichte versteh ma nicht. hat die einen tieferen sinn? mach nicht so nen auf philosoph…
Hey Karin,
das kapiert ja wohl jede(r). Denk mal ein wenig nach über den Namen meiner “Freundin”
haha.... ich find die gut die Geschichte…
habe mich aber erst auch gewundert....!!