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Montag, 8. September 2003, 12:09 Uhr

Nahtoderfahrung

Dieses Interview bei Telepolis mag manchen Menschen Hoffnung machen, mir macht es Angst!

Zumindest gestern, als ich versucht habe einzuschlafen. Merkwürdigerweise habe ich immer relative Befriedigung daraus geschöpft, eben tot zu sein, sollte ich mal sterben.

Für mich schienen "die Fakten" immer eine ganz deutliche Sprache zu sprechen: Bewusstsein ("Seele", "Geist", wie auch immer) ist untrennbar mit der Biomaschine Hirn verbunden. Ich kann da keine Unabhängigkeit entdecken. Wenn jemand einen Schlaganfall hat oder durch sonstige manuelle Einwirkung Teile des Hirns beschädigt werden, hat das offensichtliche Auswirkungen auf einen Menschen - sein Bewusstsein, sein Geist wird beeinträchtigt und ist im Zweifelsfall nicht mehr "richtig" funktionsfähig. Je größer der physische Schaden, umso schlimmer auch der psychische. Daraus schließe ich, dass mit dem Aufhören der Gehirntätigkeit auch der Geist "nicht mehr da" ist.

So einfach. Finde ich nicht aufregend. Wirklich schlimm ist das nur für die Menschen, die um einen trauern, aber das Selbst wird eben nicht mehr existieren, das ist weder positiv noch negativ, sondern für mich einfach nicht mehr relevant.

Hu, und nun kam mir gestern der Gedanke ... was, wenn da vielleicht doch noch etwas kommt?

Das machte mir Angst.Seit langem zum ersten Mal. Richtig Angst, nicht einfach nur ein unangenehmes Gefühl. Diese Unklarheit behagte mir gar nicht. Wer sagt, dass die angenehmen Geschehnisse der ersten Momente nach dem Tod, die die Menschen mit "Nahtoderfahrungen" gemacht haben wollen, ein Hinweis für das gesamte Jenseits sind? Schon diese Welt ist nicht fair und wenn du Pech hast, ist dein Leben lang und schmerzvoll, ohne Chance auf Erlösung. Ich weiß jedenfalls nicht, ob ich einem "Leben nach dem Tod" irgendetwas positives abgewinnen kann. Wie soll das denn sein? Wer sagt mir, dass ich nicht in die Hölle komme? ;-)

Mir wurde jedenfalls klar, wie sich alte Menschen fühlen müssen, wenn sie dem Tod nahe sind und ihnen bewusst wird, dass sie einen Weg gehen werden, auf dem sie niemand begleiten kann. Letztendlich sind wir doch immer alleine, eingesperrt in unserem Kopf, besonders deutlich wird das doch zum Schluss.

Spannend. Lange nicht mehr eine so intensive Empfindung gehabt - schüttel - auf Dauer aber auch nicht gut. Ich wurde dieses Kribbeln nicht mehr los und konnte auch nicht einschlafen. Aufgestanden, ein wenig durch die Straßen gelaufen.

Nicht zum ersten Mal in der Zeit zwischen vier und sechs Uhr. Sehr beruhigend, denn hier sind die Nächte so, dass sie mich immer an laue Nächte aus Sommerurlauben erinnern, von denen ich einfach nicht genug bekommen kann - das ist so, wie wenn ich im Winter nur ein wenig Sonnencreme zwischen den Fingern verteilen und daran riechen muss, um mich wie im Sommer zu fühlen, irgendwie wird alles ganz leicht, ich kann das Meer förmlich riechen und den Sand unter meinen Füßen spüren.

In Hong Kong sind die Straßen dazu auch nie so ausgestorben wie zu Hause. Immer sind einige Menschen unterwegs - was machen die alle nur? Der Nachtmensch in mir ist davon jedenfalls sehr angetan ...

Spät eingeschlafen, heute denke ich "was für ein Quatsch", Artikel noch einmal gelesen und zum Schluss gekommen, dass nichts bewiesen ist, ich bleibe bei meiner alten Meinung. Schöne Träume!

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Kommentare:

Wir haben das Buch “Auch Du lebst ewig” gelesen. Es hat uns fasziniert! Unter dem Thema: Seelenverwandschaft wurden wir fündig. Nach unseren beiden ehelichen Misserfolgen können wir nur jenes bestätigen, was in diesem Buch beschrieben ist. Es klingt alles fantastisch, aber es trifft absolut zu! Anfangs waren wir in keiner Weise offen für solchen “Hokospokos?”! Doch als mein Schwiegervater auf dem Todenbett lag und alle um Ihn trauerten, sah ich etwas, was mich erschaudern ließ. Seine Lieblingsuhr, die wir ihn auf seinem letzten Weg als Begleiter an seinem Arm befesteigten, fing nach jahrelanger Nichtfunktion “ohne Batterie” an zu laufen. Seit dem beschäftigen wir uns mit diesem Thema. Gruß M&R

Rolf & Marianne am 31.10.03 um 13:49 Uhr

Tut mir leid, halte ich nichts von. Rein gar nichts.

Christian am 29.11.03 um 16:50 Uhr

Macht es dir nicht Angst, das du irgendwann laut deiner aussager nicht mehr bist? was hat dann das Leben für eine Sinn? Es ist doch eh alles weg, wenn man Tod ist, oder?

Also mir helfen diese Berichte. Ich habe immer dieses flaue Gefühl im Magen gehabt, wenn ich mir überlegt habe, wie es ist, nicht mehr zu sein, weg, fort, TOT!

Gruß
Martina

Martina am 09.12.03 um 06:12 Uhr

Also “Angst” macht es mir nicht. Wieso auch? Wenn nichts mehr ist, ist das weder positiv noch negativ. Es spielt für dich selbst ja auch gar keine Rolle - die einzigen, die so etwas betrifft, sind diejenigen, die dich dann vermissen.

Was das Leben für einen Sinn macht (oder auch nicht), kann ich dir genauso wenig beantworten wie andere Menschen auch. Ich weiß nur, dass ich an “ein Leben nach dem Tod” nicht glauben kann.

Klar wäre es beruhigender, wenn da irgendetwas kommen würde, aber wie gesagt - für mich ist das nicht überzeugend. Ich würde es mir auch anders wünschen, aber Wunschvorstellung ist das eine - Glaube das andere.

Tja. Keine Antwort sozusagen. Jeder mag seine eigenen Schlussfolgerungen (für das jetzige Leben) ziehen.

Christian am 09.12.03 um 09:10 Uhr

Ich möchte mich da mal den vorreitern anschließen Angst ? nein… Habe durch mehrere Erlebnisse im Nahtodbereich sogar die angst verloren und kann sagen ein ganz markantes als meine Mutter starb hat mir sogar bei der der bewältigung der Trauer geholfen.

Irma am 04.02.04 um 13:31 Uhr

Vor einiger Zeit erkrankte ich an einer schweren Lungenentzündung und verarbeitete meine Erlebnisse in dem Buch “Nur eine Lungenentzündung - Begegnung mit dem Tod”, erschienen im Schnell Verlag in Warendorf.

Geschildert wird auf sehr eindrucksvolle Weise die Zeit auf der Intensivstation, der Überlebenskampf, die Annäherung an den Tod (mein Vater, der zu diesem Zeitpunkt schon zehn Jahre tot war, kam mir zu Hilfe) und die schwere Zeit der Regenerationsphase. Der Text endet mit den ersten zaghaften Schritten zurück in ein normales Leben.

Das Buch kann bestellt werden bei: http://www.amazon.de oder http://www.jedes-buch.de

Ein Textausschnitt kann unter http://www.all-around-new-books.de abgerufen werden. Der Titel ist allerdings in der Suchmaschine schwer zu finden (Probleme mit dem Umlaut “ü"). Am besten klickt man auf die Rubrik “Auf zur Büchergalerie” und dort auf den Bereich Belletristik” (Seitenstreifen). Ein Klick auf die Titelseite (rotes Cover) führt zum Textauszug.

Heike Major am 01.05.04 um 13:01 Uhr

Tut mir leid, liebe Heike, aber das hier ist eigentlich kein Werbeforum. Ausnahmsweise werde ich deinen Kommentar stehen lassen.

Christian am 01.05.04 um 13:17 Uhr

also ich bin grade bei dem buch “auch du lebst ewig zu leben “ am lesen und ich muss ehrlich sagen, das grenzt an eine horroversion von wegen bedingungslose liebe usw *grusel*
auserdem werde ich mich mal noch mehr mit dem thema kritisch auseinander setzen, da der autor von dem buch überhaupt nicht neutral ist, er versucht einen eher seine meinung aufzuwingen. also ich persönlich hoffe, das der tod wirklich das ende ist, das es kein bewusstsein mehr gibt, das man einfach nur weg ist!
auserdem geht der autor davon aus das es gott gibt aber keine hölle also kein böses *augenbrauehochzieh* und ich dachte immer ich bin naiv und habe sinnlose wunschgedanken. ich persönlich glaube also nicht dran… weshalb sollte der tod so sein wie ihn sich alle wünschen? wo sonst im leben passiert das schon? warum gerade am ende?

viele liebe grüße eure wulle

Karolin am 16.05.04 um 11:27 Uhr

Wundert mich nicht. Schon der Buchtitel hört sich nach ziemlichen Esoterik-Gefasel an.

Christian am 17.05.04 um 09:30 Uhr

Hallo..also ich hab auch das Buch
“Auch du lebst ewig” gelesen..und es hat mir geholfen nicht mehr solche angst vorm tod zu haben..seitdem meine uroma vor 2 jahren gestorben ist ..sind mir sachen widerfahren die man nicht anders erklären kann als mit dem satz :nicht von dieser Welt!! man muss es erst mit eigenen augen sehen bevor man sowas glaubt..ich hab einiges gesehn..und glaub dran! mir ist zwar immer noch mulmig wenn ich daran denke irgendwann einfach weg zu sein...aber ich weiss dass ich dann nicht alleine bin..
Linda

am 08.06.04 um 07:48 Uhr

hi . Ich kann nur so viel dazu sagen. Mein Vater hatte vor kurzen nen Autounfall . und sah sich neben seinem körper wieder ( also nach dem autounfall ) . also sprich sein 2tes ich .. oder seine Seele etwa 5 meter vom körper entfernt.

Ich glaub an nahtoderfahrungen. apropo Hölle.. da gibts ja auch zahlreiche negative nahtoderfahrungen vor allem aus den usa.

egal am 27.06.04 um 19:13 Uhr
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