Bitte so weitermachen! Das möchte ich den Machern des Robot Magazine sagen, auf dessen Ausgabe Nr. 3 ich vor zwei Wochen stieß.
Der Claim Urban Culture & Alternative Thought verspricht nicht zuviel, im Heft waren neben den üblichen Interviews, Modefotos und CD-Tipps zwei sehr bemerkenswerte Beiträge: Zum einen die Schilderung über - wie soll ich’s sagen - eine Shooting Range in einem chinesischen Zoo (genauer in Hu Fei).
Wie es scheint ist es dort - wie anderswo - nicht unüblich, einen Schießstand vorzuhalten, auf dem man mit Luftpistolen, Pfeil und Bogen, Armbrüsten oder ähnlichem auf Kleintiere und Geflügel schießen kann (was unsere westlichen Reporter dann gleich mal ausprobiert haben). Zum Kotzen! Tut mir leid, dass mein Verständnis hierfür an dieser Stelle endet, liebe chinesische Zoobetreiber. Hoffentlich hält mit vermehrter Übernahme westlicher Denkart auch der Respekt und das Mitgefühl vor fühlenden Lebewesen Einzug bei euch!
Der zweite Beitrag handelt über die irre Walled City, eine ca. 2,8 Hektar große mit einer Mauer umgebene Fläche in Kowloon, die bis 1984 rechtlich zu China gehörte, aber um die sich praktisch niemand kümmerte. Diese Enklave war so zugebaut, dass man von Dach zu Dach der fünfzehn Stockwerke hohen Hochhäuser springen konnte und Tageslicht praktisch nie den Erdboden erreichte. Gerüchte besagen, dass zur Zeit der Walled City 8 von 10 Fishballs, die in Hongkong konsumiert wurden von dort kamen. Im Magazin sind ein paar beeindruckende (und auf abstrakter Ebene wunderschöne) Bilder der Walled City aus dem Fotoband City of Darkness, dessen Anschaffung sich auf jeden Fall lohnt - übrigens genauso wie Michael Wolfs Sitting in China, das ich in London zufällig in die Hand bekam.
Zurück zu den Stadtmagazinen: Neben dem einfach schlechten BC Magazine existieren das überaus gute HK Magazine, das leider keine richtige Webpräsenz hat (ich darüberhinaus sofort abonnieren würde, wenn ich könnte) und das ebenfalls recht gute DS Magazine, das als einziges zweisprachig publiziert wird, aber nicht überall ausliegt (ich nehme mal an, weil es hauptsächlich die schwule Leserschaft bedient).