... geht es im Leben verdammt? Eigentlich hab ich doch alles, was ich je wollte. Unterkünfte auf drei Kontinenten. Im Flugzeug alle acht Wochen. Dinge mit eigenen Augen gesehen, die ich so nur aus Filmen kannte. Alle Verpflichtungen radikal losgeworden. Alle irrelevanten Wünsche entlarvt. Selbstsicherheit gewonnen. Wahrheit aushalten können.
Nur was ist übriggeblieben? Nichts mehr, an dem ich mich orientieren könnte. Nein, anders: Nichts da, was mich reizt. Alles langweilig und hohl.
Ist das der Preis? Oder war es nicht schon immer so? Ich bin einen weiten Weg gegangen, nur um jetzt wieder an dieser Stelle zu stehen.
Shit. Ich weiß nicht mehr weiter.
Das bringt mich - wie du das schon öfter mal geschafft hast - zum Nachdenken. Du solltest das jetzt mal nicht so viel tun. Ich hoffe für dich, dass das nur eine kurze Kriese ist, die bald wieder von etwas Gutem verdrängt wird. Ich würde trotzdem jederzeit mit dir tauschen. Besser du hast auf drei Kontinenten einen guten Grund für keine festen Bindungen, als keine Basis in einer Stadt, in der du dich niedergelassen willst.
Lieber Christian,
ohne Verpflichtungen, Wünsche und so weiter hat man eben nichts mehr, was dem Leben einen “Kick” gibt.
Wie Tim schon schreibt solltest du dir mal eine Auszeit von dem vielen Rumgereise gönnen, mal eine Zeit lang ruhig bleiben.
Flieg zu einer deiner Unterkünfte und versuch, da mal länger als nur acht Wochen zu bleiben und dich irgendwie anders zu beschäftigen. Du musst halt rausfinden, was dich jetzt als nächstes reizen könnte - vielleicht ein ruhigeres Leben?
Du steckst wohl grade in einer Phase umgedrehter-Entdeckungslust, also chill! Wenn du viel freie Zeit hast, lass dich einfach mal auf Hainan oder so nieder, mach da einen Job, den du noch nie gemacht hast, oder sowas.
Keine Angst, so Phasen hat jeder Mal, das geht wieder vorrüber.
Kannst auch gerne mal nach Shanghai zu Besuch kommen, wenn du möchtest! ;)
Gruß
Jakob
Lieber Christian,
mich hat Dein Posting sehr bewegt, denn mir kommt vor, dass ich auch an so einem Punkt angelangt bin. Ich reise zwar selten und führe wahrscheinlich ein ganz anderes Leben wie Du, aber ich glaube, ich habe auch einmal ‘von der verbotenen Frucht gekostet’ und bin vom ‘Mainstream’ ausgeschert (sehr langes Studium, versucht nie ein Angestellter zu werden, etc.) - und da fällt es schwer - frage mich ob es überhaupt möglich ist - wieder zurück zur sog. Normalität zu gelangen.
Im Grunde geht es nur um die eine Frage: “Wie wird man glücklich?” Es gibt keine klare Antwort auf die Frage - jedoch die beste, die ich je gelesen habe, stammt von Sigmund Freud:
“Glück ist die späte Erfüllung eines Kindheitswunsches.” Dies ist auch die Erklärung dafür, dass Geld nicht glücklich macht, denn es ist kein Kinderwunsch.
Ev. versuchst Du mehr in dieser Richtung über Dich herauszufinden! Du musst zu Deinen ursprünglichen Bedürfnissen zurückkehren. Bei mir ist es z.B. einfach nur “Geliebt zu werden”.
Hallo Christian,
bin auch über Google hier rein gestolpert.
Acuh wenn ich selber versuche einen Weblog zu vermeiden obwohl es mir sehr unter den Fingern brennt meine gedanken in die Welt hinaus zu blasen, will ich doch versuchen dir ein paar mehr oder weniger weise Worte mit auf den Weg zu geben.
Ich glaube das dein Problem ist, das sich Dinge wiederholen, egal in welche Verpackung man sie steckt. Der Inhalt bleibt derselbe. Ob du von einer in die andere Stadt fliehst erlaube ich mir nicht zu urteilen, denke aber das du eine Unrast hast, welche du versuchts durch Reisen und ferne Länder zu befriedigen. leider klappt das nicht weil du selber noch nicht DEINEM Ding im Leben begegnet bist welches dich auf einen Weg in deinem leben schickt, welcher dir sinnvoller und Gehaltvoller erscheint.
Manchmal merkt man das die kleinen Dinge, welche schon lange in unserem Programm des Erbes eingebettet sind, doch viel mehr Freude bereiten als alle Freiheit welche man sich zu schenken glaubt.
Vielleicht hilft es den richtigen Menschen zu finden. Wie das geht? Gute Frage.. ich denke eine gute protion Glück, gepaart mit einer gesunden Einstellung zu sich selber, dem leben und allem anderen sollten eine gute Basis sein. Beeinflussen kann man die letztlich gewünschte glückliche Konstellation eh nicht. Aber hoffen sollte man nicht verlernen.
Ich habe leider noch nicht entdeckt wie alt du bist, aber vielleicht müssen erst noch 1, 2 oder 3 Phasen in deinem leben kommen wo sich dein Geist in andere Richtungen entwickelt, du einen anderen Fokus gewinnst.
Du merkst… viel ist es nicht was ich beitragen kann. Eines jedoch ist gewiss; was mich in einer wichtigen Situation weiter brachte war das bewusste ausscheeren aus meinen bisherigen Denk- und Anspruchsmustern.
Dies hat mich mit dem für mich liebsten Menschen zusammengebracht den ich jemals kennenlernte.
Ich wünsche dir alles gute und viel Erfolg und zeig nicht zuviel von dir in diesem Blog sondern konzentriere deine Kraft auf schöne Dinge im leben, welche dir DEN Anstoss geben könnten.
Alles gute,
Nick
Das könnte ein Posting werden, das dir eine Menge Besucher über Google beschert.
all u need is love :)
Hi Christian,
hast Du es mal in einem Budisten Kloster mit 30 Tagen Meditation versucht? Vielleicht hilft das ja, etwas zu finden.
Anderes Alter, andere Ziele!
-- Thomas
Hallo,
auch ich kenne diese Sinnkrisen. Wenn du mal wieder in Hong Kong bist und Lust hast, können wir uns gerne mal treffen…
heyyy...die welt ist nichts wenn du sie nicht teilen kannst…
Gerade denke ich, das ist (vllt u.a.) ein Thema dieser Generation. Ich habe alle Möglichkeiten und ich weiß es. Ich kann nach Paris fahren, aber ich denke, na und, dann bin ich eben in Paris. Das ist nichts besonderes mehr. Es bedeutet nichts, wenn ich dieser Tatsache keine Bedeutung gebe. Doch wenn ich allen Dingen den Sinn geben muss, dann geht er mir irgendwann einmal aus.
So wie jetzt.
Ich suche wieder neu? Ich weiß nicht. Eigentlich warte ich, das einer vom Himmel fällt. Geschieht nur nicht, zu aufgeklärt.
Ich glaube, das trifft es auch für mich am meisten. Diese verdammte Abgeklärtheit.
Die Welt ist vorhersagbar und durchschaubar geworden. Zu deutlich, wie dünn die glänzende Oberfläche vieler Bereiche ist.
Michael, du hast nicht ganz unrecht, was das “Ausscheren aus dem Mainstream” betrifft. Ich habe das Arbeiten und dazu noch das “mich-damit-abfinden” verlernt.
Ich frage mich nur, wann das begonnen hat ... ich kann mich daran erinnern, dass ich seit der dritten Klasse keine Hausaufgaben mehr gemacht habe. Hat halt trotzdem funktioniert. Schule war keine Herausforderung.
Dazu dann diese Anspruchshaltung. Kommt mir nicht mit “davon muss man halt runterkommen” - ich habs versucht, es geht nicht. Wenn Jobs ausschließlich mit der Bedingung kommen, von neun bis fünf im Büro zu sitzen und sich von anderen Menschen durch ihr Verhalten oder ihren Mangel an Intelligenz erniedrigen zu lassen, dann lass ichs lieber gleich. Ja, ich habs überspitzt dargestellt, aber - hey - ich kenne meinen Teil der Arbeitswelt, auch wenns vielleicht nicht so aussieht.
Meine einzige Motivation wäre eben viel viel vieeeeel Geld. Das gibts offensichtlich jedoch nur mit Glück, nach/mit zu viel Zeitaufwand oder extremer Hirn-Prostitution.
Was die Nicht-Büro-Jobs angeht: Abwarten, vielleicht ergibt sich ja noch etwas. Nur ... ich habe da so meine Zweifel. Nicht, dass ich nicht interessiert wäre an vielen Dingen. Aber nicht begeistert. Mir fehlt der Enthusiasmus (oder die Ignoranz), ständig bei einer Sache zu bleiben. Und damit empfinde ich mich selbst bereits als dequalifiziert. Und: “Gut” ist mir nicht gut genug. “Exzellent, außergewöhnlich” will ich. Dazu fehlt mir aber die Bestimmung, befürchte ich. Was hilft es, Dinge beurteilen zu können. Selber machen zählt; Künstler schätze ich, nicht Kritiker oder Konsumenten. ... ja, ich hoffe wirklich darauf, dass es doch noch kommt.
Thema “Partnerschaft”. Mir fehlt eher ein “bester Freund” (../in). Jemand, mit dem man sein Leben zwar teilt, aber nicht mit dem Zwang zur Exklusivität. Gleiche Interessen verfolgen. Sich gegenseitig antreiben und herausfordern. Sich im Wettbewerb befinden, besser sein wollen als der andere. Gemeinsam etwas erleben. Extreme ausprobieren. Keine Denkverbote kennen. Ficken und philosophieren. (Ersteres nicht zwangsläufig gemeinsam.)
Find das mal. Die meisten Menschen, die ich kennengelernt habe, sind bereits zu gefestigt. Haben sich ihre Nische geschaffen, wegen der mangelnden Sicherheit, die so ein Leben mit sich bringt. Und sind dazu entweder dumm oder langweilig. “Intelligent und interessant” ist eine Kombination, die es echt zu selten gibt ...
Ich weiß, dass sich Manches, was ich schreibe und dass manche meiner Verhaltensweisen arrogant rüberkommen. Ich meine es nicht so. Ich halte mich nicht für etwas Besseres. Nur: Wenn dir manche Menschen nicht folgen können - heißt das, dass du langsamer gehen solltest? Das Leben ist zu kurz dafür.
Wer die Freiheit hat, der soll sie nutzen! Aber, und da sind sich ja viele hier einig, sind die meisten damit nicht so gluecklich.
Eine Gegenthese: Ich glaube es ist eher eine Flucht. Etwas passt nicht, gut, dann versuchen wir es halt woanders. Ich komme mit jemandem nicht klar, gut, dann gehe ich halt. (Auffassung von Intellegenz ist ja relativ, frag mal maennlein und weiblein)
Gut fuer uns, dass wir es uns leisten koennen, ich meine, 99% in meinem Umfeld, koennten nicht mal mit dem Bus in die Hauptstadt fahren. Stimmt, gluecklich sind sie dennoch nicht, ausser beim Karnaval, also beim Samba/Musik und beim “Ficken”.
Dennoch koennen die Leute Traeumen, Filet Mingnon Mittagessen, ein Auto, sei la, Mercedes, oder eine Senator-VielfliegerKart…
Wenn Glueck mit ausnutzen von Moeglichkeiten kolleriert, dann hast Du natuerlich verkackt, weil Du alle Moeglichkeiten hast, der Nachbar in der Favel, haette es hingegen aus dieser Sicht verdammt gut, denn die einzige Moeglichkeiten die er hat sind: Flamengo spielen sehen, mit seinen Kumpels chope trinken, tanzen, Kinder machen und taegsueber Geld fuer die anderen Dinger zu besorgen.
Um produktiv zu sein: Man braeuchte also eine Art Kastrierung der Moeglichkeiten: Spuell all Dein Geld herunter, breche mit Deiner Familie und leben z.B. in Kolumbien auf der Strasse. (Aie, wie kuenstlich...)
Eine Sache, die ich beim Wandern gelernt habe, ist mit anderen zu gehen. Und mit den meisten habe ich einen Kompromiss gefunden, ohne darueber zu reden. Und alleine wandern, fand ich verdammt oede. Aber jedem das sein!
Gruss
Thomas
Wirklich, ich meinte aufgeklärt. Tradition, Institution usw. wissenschaftlich zerlegt und aufgeklärt bis nichts mehr zum Glauben daran übrigblieb.
Von den vielen Lebensstilen, die es jetzt zur Auswahl gibt, kann ich mir die aussuchen, die für mich stimmt?
Zuviel Denken kann am leben hindern.
Ich habe keine Antworten zur Zeit. Ich hätte gerne etwas, das ich zu 100 Prozent vertrete. Am Besten ohne viel Nachdenken und mit viel drauf einlassen.
“No future” funktioniert für mich irgendwie auch nicht.
Ich denke auch, eine Sache starten mit jemanden- egal wer kommt-klingt gut. Einfach mal testen. Meistens haben die Leute mehr auf dem Kasten als ich ihnen zutraue. Zumindest bin ich auch schon oft überrascht worden.
Aber ich weiß es auch nicht.
Vor allem manchmal nicht wie. Wenn mich jemand fragt, sage ich, ich übe.
Mut ist es was uns hoffen lässt. Leidenschafr ist es die uns glauben lässt. Liebe ist es wofür wir leben wollen. Doch manchmal haben wir alles vergessen...haben uns selbst vergessen.
Mino, geflügelte Worte, aber was heißt das konkret?!
Mut? Leidenschaft? *yuck* Nicht bei mir. Was wie Mut aussieht ist einfach nur die Erkenntnis, dass mir nichts wirklich passieren kann. Das ist nicht Mut, das ist schlimmstenfalls Resignation. Und Leidenschaft ... Leidenschaft würde ich gerne mal wieder verspüren.
Ich fühle mich eingesperrt und gelangweilt gleichzeitig momentan. Ich würde gerne wieder etwas LERNEN. Und das von jemanden, der es drauf hat. Egal was. Nur wieder Energie verspüren. Etwas gemeinsam machen, nur weil man etwas gut kann. Vielleicht sinnlose, aber spannende Rekorde aufstellen.
Aber ich habe mich in eine Situation gebracht, in der ich mich fast noch einsamer fühle, als ich es vorher schon war.
wow...du tust mir leid…
Was ich nicht verstehe, wie du dich in diese Situation gebracht hast?
Ist es manchmal nicht leichter zu denken, man ist unschlagbar, als andersherum. Was manche Menschen ja anscheinend besser können als du, ist, das Leben zu leben. Findest du gerade die dumm?